Schöffel Blog / 19.07.2021

Ana Zamorano ist Fotografin und Filmemacherin – und leidenschaftliche Bikepackering. Ursprünglich stammt sie aus dem Baskenland in Nordspanien, doch mittlerweile ist sie in der ganzen Welt zuhause. Denn Ana reist mit dem Rad auch mal durch den südlichen Kaukasus oder durchfährt Südamerika. Dabei lernt sie nicht nur die Kultur der Regionen kennen, sondern auch die Menschen, die ihr auf der Strecke begegnen.

Als Schöffel-Markenbotschafterin nimmt sie uns diesen Sommer mit auf ihre Radreise durch die Alpen. Im Interview kannst Du Ana kennenlernen. Hier erfährst Du, was sie am Radreisen besonders begeistert und auf was sie bei ihren Touren niemals verzichten wollen würde.

Hi Ana, mit dem Rad bist Du als Bikepackerin auf der ganzen Welt unterwegs. Wie kam es zu dieser Passion fürs Radreisen?

Ich habe es schon immer geliebt, neue Dinge in der Natur zu erleben – nicht nur in den Bergen rund um mein Zuhause in Spanien, sondern auch so weit weg, wie ich konnte. Auf Reisen war ich schon als kleines Kind mit meiner Familie, aber ich wollte immer mehr und mehr erkunden. Als ich 18 Jahre alt wurde, fing ich an, mit dem Rucksack einige Teile von Mittelamerika, Afrika und Asien zu bereisen. Ich probierte alle möglichen Transportmittel aus, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Aber ich hatte ständig das Gefühl, dass mir so viele Dinge auf meinem Weg fehlten, sogar das Trampen.

Als ich gerade durch den Bwindi-Dschungel in Uganda wanderte, stieß ich auf einen Mann auf einem voll beladenen Fahrrad. Das inspirierte mich sehr! In diesem Moment dachte ich: „Das muss ich machen, und zwar in Südamerika!" In Südamerika hatte ich eine längere Reise geplant. Bis zu diesem Moment war mir nie in den Sinn gekommen, mit dem Rad zu reisen. Das war die beste Idee meines Lebens! Ich hängte mein normales Leben an den Nagel und fuhr mit dem Fahrrad durch entlegene Gebiete in den Anden, als erstes durch Patagonien.

Jetzt kann ich nicht mehr aufhören, zu radeln und neue Orte und Menschen vom Sattel meines Fahrrads aus zu entdecken! Für mich ist es der perfekte Rhythmus und der beste Weg, um mit der Natur und den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, auf eine andere Art zu reisen!

Ana Zamorano kündigte 2018 ihren Job und trat ihre Radreise durch Südamerika an. Sie gewöhnte sich schnell an das Radeln mit Gepäck. Sie erinnert sich noch gut daran, wie euphorisch und adrenalingeladen sie die ersten Tage war. So, dass sie die ganze Zeit grinsen musste, obwohl es mehr als anstrengend war. Die vielfältige Landschaft und der kulturelle Reichtum Südamerikas waren die beste Motivation, immer weiterzufahren – durch die wilden Landschaften Patagoniens, durch die Wüste von Nordchile und Argentinien, über die Pässe von Peru, welche zu den größten Eisfeldern der Erde gehören, und entlang des Amazonas.

Welche waren Deine außergewöhnlichsten Radreisen?

Alle waren erstaunlich, aber einige Teile Südamerikas, besonders in Bolivien und Peru, das iranische Kurdistan und Armenien waren unglaublich. Ich erinnere mich immer mit einem Lächeln im Gesicht und viel guter Laune daran. Hier habe ich Gegenden entdeckt, in denen indigene Gemeinschaften leben, die noch nie eine Frau aus Europa auf einem Fahrrad in ihrem Dorf gesehen haben. Ich habe mich dort mit Handzeichen und einem kleinen Grundwortschatz, den ich gelernt hatte, verständigt. Es war einfach unbeschreiblich. Wir Menschen sind uns alle so ähnlich und gleichzeitig so klein auf dieser Erde.

Deine zweite Leidenschaft ist das Filmemachen und Fotografieren. Was macht Dir daran am meisten Freude? Wie beeinflusst das Deine Bikepacking-Touren?

Tatsächlich erschweren meine Foto- und Videoausrüstung mein Gepäck sehr, am Ende lohnt es sich aber immer. Manchmal sind die schweren Packtaschen eine Last, aber nur, wenn ich gerade niedergeschlagen bin oder etwas beschädigt werden könnte. Allerdings bringt mir die Ausrüstung einen besonderen Mehrwert, da ich mit dem Fahrrad Menschen und Orte erreichen kann, die ich auf keine andere Weise hätte entdecken können. Ich komme an Orten an, ohne zu wissen, was oder wen ich dort antreffen werde. Dann ergibt sich alles von selbst. Das Erzählen von Geschichten war schon immer ein Teil meiner Reisen, ebenso der menschliche Kontakt und die Nähe zur Natur, zu den Bergen und zu alten Kulturen, welche die Berggebiete noch immer bewahren.

Was motiviert Dich, diese Reisen mit dem Rad anzutreten und nicht mit einem anderen Gefährt?

Das Fahrrad gibt einem die Möglichkeit, Herr seiner Zeit zu sein. Damit bin ich nicht von irgendeinem Zeitplan eingeschränkt wie bei Reisen mit dem Bus, dem Flugzeug oder dem Zug. Darüber hinaus kann ich so an Orte gelangen, die nur zu Fuß erreichbar sind. Ein großes Plus ist, dass man unterwegs nichts verpasst. Wenn man mit dem Bus oder Auto fährt, verpasst man so vieles zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten oder Zielorten. Mit dem Fahrrad ist das ganz anders. Hier entdeckt man die Strecke dazwischen auf ganz andere Weise, denn gerade an diesen Orten liegt die Magie und die Stimmung des Landes.

Wann bist Du am glücklichsten auf Deinen Reisen?


Am glücklichsten bin ich dann, wenn ich es schaffe, einen sehr schwierigen Weg zu überwinden, bei dem ich viel schieben muss. Aber auch, wenn ich eine unerwartete Begegnung mit jemandem am Wegesrand habe, ist das ein Glückserlebnis für mich. Das ist mir schon öfter passiert.

Wenn die Wege sehr eng und mit vielen Steinen gespickt sind und mein Fahrrad an diesen Stellen nicht durchpasst, ist es immer schwer, nicht zu verzweifeln. Das ist mir in Armenien passiert, kurz nachdem ich die Grenze aus dem Iran überquert hatte. Es dauerte drei Tage, den ersten Bergpass zu erklimmen. Ich musste das Fahrrad und die Packtaschen oft nacheinander nach oben tragen. Aber die Aussichten waren unglaublich. Auf dem Runterweg traf ich auf einen kaukasischen Hirten – er war die erste Person, der ich in Armenien begegnete. Es war unglaublich, mitten in den Bergen zu sein, nur mit einem Hirten, einem Pferd und einer riesigen Schafherde. Ich glaube, es war die erfüllteste Zeit meiner gesamten Reise. Dann wurde mir klar, dass ich mich in dem Gebiet befand, in dem die meisten Bären leben.

Ana reist immer allein, so muss sie sich nach niemandem richten und ist frei in ihren Entscheidungen. Als Frau allein mit dem Rad auf Reisen – das finden viele Menschen speziell, aber ihr macht das nichts mehr aus. Wobei auch sie zugibt, dass sie sorgloses Campen in der Wildnis und den Umgang mit potenziell gefährlichen Situationen erst lernen musste. Auch die kulturellen Gepflogenheiten spielen eine Rolle.

Sie verbringt beim Bikepacking gern Zeit mit anderen Frauen, die immer eine Schlüsselrolle auf ihren Reisen einnehmen. Überall, wo Ana war, fand sie eine „Mum“, die sich um sie sorgte. Oft bereist sie Länder, in denen Frauen und Männer nach unterschiedlichen Regeln leben. Als Bikepackerin hat sie das Glück, beide Welten kennenzulernen. Gerade in muslimischen Ländern sind die Menschen sehr gastfreundlich. Hier sind vor allem die Frauen für sie faszinierend, da sie in einer anderen Realität leben als Ana und viele Fragen und Zweifel, aber auch so viele Geschichten zu erzählen haben.

Welcher Gegenstand muss immer mit, wenn Du zum Bikepacking aufbrichst? Gibt es besondere Sachen auf Deiner Packliste?

Ja! Ich nehme nur die grundlegenden Dinge mit, aber am wichtigsten für mich sind:

  • ein gutes Taschenmesser
  • ein warmer Schlafsack
  • ein guter Regenmantel
  • eine warme Jacke

Es ist wichtig, sich warm zu halten, denn nach einem ganzen Tag auf dem Rad muss man die Körpertemperatur halten, wenn man sich Abendessen macht und dann ins Zelt kriecht.

Auf welches Kleidungsstück willst Du bei einer Radreise auf keinen Fall verzichten?

Am wichtigsten sind für mich eine warme Daunenjacke, eine gepolsterte Fahrradunterhose und eine wasserdichte Jacke. Diese drei Kleidungsstücke sind sowohl das A und O für mein tägliches Radfahren als auch für meine kurzen und langen Abenteuertouren. Es ist immer wichtig, gute Kleidung zu haben, wenn man mit dem Fahrrad reist. Allerdings sind diese drei Kleidungsstücke für mich diejenigen, die den Unterschied in Bezug auf Komfort und Reisen durch Bergregionen ausmachen.

Was ist Dein Rat für Menschen, die auf Bikepacking-Tour gehen möchten?

In nur drei Worten: Probier es aus! Der beste Rat, den ich jemandem geben kann, ist, es einfach zu tun. Es gibt viele Leute, die Angst vor Bikepacking außerhalb Europas haben. Aber man muss nicht weit wegfahren, um ein Wochenende oder einen Urlaub auf dem Rad zu genießen! Am besten machst Du vorher eine kurze Tour an einen Ort oder in eine Gegend, die Du schon kennst. Schon bei diesem Kurztrip lernst Du die Bedeutung des Reisens mit dem Fahrrad zu schätzen, ebenso wie alles, was Dir diese Art zu Reisen bieten kann: Freiheit, Adrenalin und so viel Glück. Du gehst mit dem Fluss, hörst auf Deinen Körper, Deinen Geist und die Natur. Das ist, was mich beim Bikepacken am meisten fasziniert.

Schöffel sagt Danke und freut sich darauf, Ana auf ihrer Radreise zu begleiten

Die Welt entschleunigt und nah an Kultur, Menschen und Natur entdecken – das geht am besten auf dem Fahrrad. Hast Du jetzt auch Lust auf eine faszinierende Radreise voll neuer Eindrücke und atemberaubender Panorama-Aussichten? Dann ab aufs Rad! Mit unseren Blogartikeln zu verschiedenen Radreise-Wegen kannst Du Dich hervorragend inspirieren lassen:

Wir danken Ana für die spannenden Einblicke in ihre Passion, das Radreisen auf der ganzen Welt. Diesen Sommer dürfen wir sie bei ihrem Trip über die Alpen von der Schweiz bis in den Balkan begleiten. Das wird eine aufregende Tour! Sei dabei und verpasse keine Etappe mit Schöffel!

Lass Dich inspirieren.

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