Schöffel Blog / 23.11.2021

Die Suche nach dem perfekten Spot fürs lang ersehnte Freeride-Wochenende ist oft nicht einfach. Natürlich kannst Du das Gebiet schon im Vorfeld festlegen, Betten reservieren und Dich über die Rides informieren. Du kannst Dich auch früh in der Saison bei Veranstaltern anmelden, welche diese kurzfristige Suche dann für Dich Übernehmen. Manchmal hat man aber eben nichts gebucht und will trotzdem mit Freunden los. Aber wohin? Und auf was solltest Du bei der Gebietswahl achten? Wir haben mit Ricarda von Powderchase gesprochen und dabei einiges über den perfekten Freeride-Schnee und wie man ihn finden kann erfahren.

 

Hallo Ricarda! Du bist ja schon seit Langem eine Expertin bei der Gebietswahl für ein Freeride-Wochenende. Erzähl uns doch, wie das bei Euch so abläuft?

Ricarda: Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer buchen ein bestimmtes Wochenende, erfahren aber erst zwei Tage vor der Abreise, wo es zum Tiefschneefahren hingeht. Bei uns geht die Suche nach dem Spot aber meistens bereits fünf Tage vorher los. Zuerst überlegen wir, wo es in der Saison grundsätzlich bisher am meisten geschneit hat. Manchmal gibt es einen sogenannten „Nordwinter“ – sprich die Nordseite der Alpen gibt den meisten Schnee ab. Manchmal ist es aber auch eher ein „Südwinter“ – dann ist es zum Beispiel in den Dolomiten gut zu fahren. Als nächstes sehen wir uns auf verschiedenen Wetterplattformen die Vorhersage für die kommenden Tagen an: Wo schneit es am meisten? Ist es warm? Ist es kalt? Wie soll das Wetter an den Wochenendtagen werden? Das wiederholen wir die nächsten zwei Tage und grenzen die Freeride-Skigebiete – wie in einem Ausschlussverfahren – bis zum letzten ein. Ein guter Tipp für eine Wettervorhersage ist in Österreich zum Beispiel der zamg.at.

Ricarda gehört zum Team von Powderchase. Ihr Job ist es, die besten Gebiete zum Freeriden zu finden, damit Freeride-Fans auf ihre Kosten kommen. Bei der Gebietswahl spielen viele Faktoren zusammen – einer davon ist der Schnee.

Gibt es denn so etwas wie „Schneegaranten“? Also Gebiete, die so gut wie immer passen?

Ricarda: Es gibt schon Gebiete, in denen es auch weiter unten, also unterhalb der Baumgrenze, coole Runs gibt, in denen es steil oder etwas flacher zugehen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist Warth-Schröcken. Bei gutem Powder-Schnee findet man hier – unabhängig vom aktuellen Wetter – etwas Gutes zum Fahren! Und tollen Schnee gibt’s hier oft!

Wieso sind Fragen wie „Wie warm oder kalt ist es? Wie wird das Wetter an den Wochenendtagen“ bei der Vorbereitung zum Freeride-Skifahren denn wichtig? Ich dachte, nur die Schneemenge ist entscheidend?

Ricarda: Die gefallene Neuschneemenge ist natürlich das Wichtigste. Aber auch bei einem halben Meter Neuschnee kann man ins falsche Freeride-Skigebiet fahren. Wenn es zum Beispiel sehr kalt wird, würde ich eher nicht auf ein vergletschertes Gebiet über 2.500 Höhenmetern fahren, weil es einfach viel zu kalt ist. Wem macht es schon Spaß bei minus 30 Grad Celsius Ski zu fahren? Bei schlechterem Wetter bieten sich Gebiete unterhalb der Baumgrenze zum Freeride-Skifahren an. Dort ist die Sicht durch die vielen Bäume einfach deutlich besser. Wichtig ist auch die Einschätzung der Lawinensituation. Es bringt nichts, bei 40 Zentimeter Neuschnee zu einem Freeride-Spot zu fahren, der nur steile Runs hat.

Übrigens: Der Blick in den Lawinenbericht sollte beim Freeriden selbstverständlich sein. Die aktuelle Lawinengefahr wird durch eine fünfstufige Skala definiert:

  • Stufe 1: geringe Lawinengefahr
  • Stufe 2: mäßige Lawinengefahr
  • Stufe 3: erhebliche Lawinengefahr, Lawinen an Steilhängen wahrscheinlich
  • Stufe 4 und 5: große und sehr große Lawinengefahr

Am besten meidest Du Risiko-Gebiete. Auch bei schlechter Sicht und Wind solltest Du lieber auf den gesicherten Pisten bleiben und vom Tiefschneefahren absehen. Idealerweise buchst Du Deinen Freeride-Trip bei einem ortskundigen Skiführer oder direkt bei Powderchase. So bist Du nicht nur auf der sicheren Seite, sondern bekommst noch den ein oder anderen Geheimtipp zum Pulverschnee-Fahren.

Apropos 40 Zentimeter Neuschnee. Wie sollte der ideale „Freeride-Schnee“ denn sein?

Ricarda: Es gilt eigentlich immer: Je leichter der Schnee, desto besser! Schwerer (Neu)schnee liegt vor allem dann, wenn es direkt nach dem Schneien warm wird oder sogar reinregnet. Dadurch kann die Abfahrt ziemlich anstrengend sein. Nicht jeder Schnee ist gut zum Freeriden. Pappschnee, Nassschnee und Faulschnee sorgen nur für wenig Spaß beim Freeriden. Der beste Schnee zum Skifahren abseits der Pisten ist der sogenannte „Champagne Powder“, der luftig-lockere Pulverschnee. Darauf fühlt sich die Freeride-Fahrt an, als würdest Du über die Schneedecke schweben.

Insgesamt hört sich das schon eher nach einer komplexen Entscheidungsfindung an, den besten Schnee zum Powder-Skifahren zu finden…?

Ricarda: Das stimmt, aber mit der Zeit bekommt man Übung darin. Es ist einfach eine Wechselbeziehung zwischen aktueller Wettervorhersage, Schneefallhistorie und Gebietskenntnis. Aber ich kann nur alle ermutigen, sich da mal ein wenig reinzufuchsen! Denn es macht einfach Spaß, sich damit auseinanderzusetzen. Und wie auch beim Pulverschnee-Fahren gilt: Übung macht den Meister!

Freeride-Schnee vom Feinsten erleben mit Schöffel

Unberührte Schneedecken, soweit das Auge reicht, und weiße Berggipfel um Dich herum. Als Freerider kannst Du nicht widerstehen und willst unbedingt in Dein Ich bin raus-Abenteuer im Pulverschnee eintauchen. Jetzt weißt Du, wie Du den besten Freeride-Schnee finden kannst.

Wir danken Ricarda für das Interview und die interessanten Einblicke in die Auswahl der besten Freeride-Skiegebiete! Und wir wünschen Dir viel Spaß bei Deinem nächsten Erlebnis im Powder-Schnee! Die passende Kleidung zum Freeriden für Damen und Herren findest Du natürlich in unserem Online-Shop!

Lass Dich inspirieren.

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