Lawinenkunde mit Schöffel

Schöffel Blog / 20.01.2022

Wenn Pulverschnee die Landschaften und Berge bedeckt, suchen viele begeisterte Wintersportler den Skispaß auch abseits von präparierten Pisten. Doch wo der unberührte Schnee besonders einladend wirkt, kann die versteckte Gefahr der Lawinen lauern. Wie Du mit dieser Gefahr umgehst und sie möglichst gut umgehst, erfährst Du in unserer Lawinenkunde!

Wie entstehen Lawinen?

Wir alle kennen Bilder von gigantischen Schneemassen, die unkontrolliert und ohne Vorwarnung den Berg hinabrasen. Doch das scheinbare Chaos folgt einem Muster. Schneemassen rutschen den Hang hinab, wenn der Schnee aufgrund seines Gewichts und der Konsistenz nicht mehr an seinem Untergrund haften kann. Dabei kann zwischen zwei Lawinenarten unterschieden werden, die aus verschiedenen Gründen entstehen und sich dementsprechend auch unterschiedlich entwickeln: Schneebrettlawinen und Lockerschneelawinen.

 

Schneebrettlawinen: weiße Gefahr für Wintersportler

Besonders häufig kommen Schneebrettlawinen vor. Sie können bereits ab einer Hangneigung von 25 Grad entstehen und stellen die größte Gefahr für Wintersportler dar. Oftmals lösen diese die herabfallenden Schneemassen nämlich selbst durch ihr Verhalten aus. Bei Schneebrettlawinen liegt eine lockere Schicht Neuschnee auf einer dicken Schicht von sehr hartem, durch Wind gefestigten Schnee. Der pulvrige Schnee lädt zum Skifahren ein und verbirgt die Gefahr, die unter ihm schlummert. Durch die Belastung, die beim Fahren auf den Schnee ausgeübt wird, können Risse quer zum Hang entstehen. Die Schneebretter lösen sich daraufhin und stürzen den Hang hinab.

 

Lockerschneelawinen: der Schneeball-Effekt

Lockerschneelawinen und Staublawinen können bei einer Hangneigung zwischen 40 und 60 Grad durch einen punktförmigen Anriss im unbefestigten Schnee entstehen. Ähnlich wie ein Schneeball, der hinabrollt, wachsen Lockerschneelawinen rasant an und gewinnen schnell an Geschwindigkeit. So können Lockerschneelawinen bis zu 300 Kilometer pro Stunde schnell werden und auf ihrem Weg hinab ganze Dörfer und Wälder mit sich reißen.

Lawinenschutzmaßnahmen: so schätzt Du die Lage am Hang ein

Die Gefahr eines Lawinenabgangs hängt unter anderem von Lage, Wind und Temperatur ab. Wird es durch Sonnenstrahlen schnell warm oder der Untergrund gibt Wärme ab, beginnt der Schnee zu tauen, wodurch die Schneedecke an Haftung verliert und ins Rutschen kommen kann. Ebenso spielt die Exposition eine Rolle bei der Lawinenentstehung. An nordseitigen Schattenhängen setzt sich Neuschnee langsamer ab und Schwachstellen in der Schneeschicht halten sich länger. Auch Triebschnee, der durch Wind entsteht, kann die Lawinengefahr erhöhen. Dieser ist häufig schwer erkennbar und vor allem deshalb eine große Gefahr.

Viele Faktoren spielen bei der Entstehung von Lawinen eine Rolle. Zudem gleicht keine Lawine der anderen. Daher ist es zum Schutz vor Lawinen wichtig, jeden Hang neu zu beurteilen und dabei alle möglichen Auslöser in die Bewertung einzubeziehen. Einige Schritte, die Du zur Sicherheit befolgen solltest, haben wir für Dich aufgelistet:

 

#1 Lawinenlagebericht

Erkundige Dich am gleichen Tag über den Lawinenlagebericht für die Region, in der Du unterwegs sein wirst. Lawinenlageberichte findest Du sowohl online als auch an Info-Punkten im Skigebiet. Ihnen kannst Du die aktuellen Einschätzungen von Experten zu den Gefahrenstufen für Lawinen auf Basis einer Skala und weitere Informationen zum Risiko entnehmen. Die Skala geht von 1 bis 5:

  1. geringe Lawinengefahr mit allgemein sicheren Verhältnissen
  2. mäßige Lawinengefahr mit mehrheitlich günstigen Verhältnissen; Du solltest bei der Routenwahl jedoch Vorsicht walten lassen – vor allem an Steilhängen.
  3. erhebliche Lawinengefahr mit teilweise ungünstigen Verhältnissen; Du solltest Erfahrung in der Beurteilung haben und Steilhänge der angegeben Exposition und Höhenlage auf Deiner Route vermeiden
  4. große Lawinengefahr mit ungünstigen Verhältnissen; Du benötigst viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung und solltest Dich auf mäßig steiles Gelände beschränken
  5. sehr große Lawinengefahr mit sehr ungünstigen Verhältnissen; verzichte auf Routen in diesen Bereichen.

#2 Das Gelände lesen

Auch wenn Du Dich in einem Gebiet mit niedriger Warnstufe befindest, solltest Du immer Deine Umgebung untersuchen. Viele Warnzeichen für Lawinen findest Du beim genauen Blick auf das Gelände. Gleitschnee und Triebschnee lassen sich von außen erkennen und zeigen an, dass die Lage eher angespannt ist. Zusätzliche empfiehlt es sich, an einer Stelle zu graben, um den Aufbau der Schneedecke auf ein Schwachschicht und weitere eventuelle Risikofaktoren zu untersuchen, wie beispielsweise, ob Wind den Schnee gepresst hat. Auch Geräusche unter der Schneedecke können auf eine Lawinengefahr hinweisen.

 

#3 Hangneigung messen

Auch die Hangneigung gehört zur Lawinenkunde und ist für die Einschätzung des Lawinenrisikos wichtig. Mit Hilfe einer Snowcard mit Pendel lässt sich die Steilheit des Hangs leicht bestimmen und in Kombination mit der Gefahrenstufe kann ermittelt werden, ob eine Abfahrt eher sicher ist oder eher vermieden werden sollte.

 

#4 Vertraue Deinem Bauchgefühl

Eigentlich gibt es keine Anzeichen für Lawinen, aber Dein Bauchgefühl warnt Dich trotzdem? Vertraue darauf! Vor allem, wenn Du nur kurze Zeit in einem Skigebiet bist, willst Du kleine Warnzeichen vielleicht lieber übersehen, um den schönen Tag zu genießen. Auch Gruppendynamiken führen dazu, dass Du Dein Bauchgefühl vielleicht ignorierst, weil die anderen sich genauso gut auskennen. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, auf ein mulmiges Gefühl zu hören. Ganz nach dem Motto: Better safe than sorry!

#5 Lawinenausrüstung

Auch wenn Du Dich im Vorfeld ausgiebig mit der Umgebung und den Schneeverhältnissen auseinandergesetzt hast, gibt es dennoch keine Garantie, nicht in eine Lawine zu geraten. Daher solltest Du Dich nicht abseits der Piste in den Tiefschnee begeben, ohne die Grundausrüstung für den Ernstfall mitzuführen.

Dazu zählen

  • das LVS-Gerät, mit dem Du andere finden und selbst gefunden werden kannst
  • eine Lawinenschaufel, um Dich und andere Lawinenopfer frei zu schaufeln
  • eine Lawinensonde, mit der Du den Schnee nach verschütteten Menschen absuchen kannst
  • ein Airbag als Lawinenschutz, kann im Ernstfall ebenfalls helfen
  • übrigens auch Teil der Grundausrüstung: Mitfahrerinnen und Mitfahrer! Bewege Dich nicht allein abseits der Skipiste, auch wenn Du sehr erfahren bist.

Aber Achtung: Egal, wie gut Deine Ausrüstung ist, geh kein unnötiges Risiko ein. Bei der Lawinenausrüstung handelt es sich um Gegenstände, deren Benutzung im besten Fall nicht nötig ist.

 

#6 Das richtige Verhalten bei Lawinen

Solltest Du trotz aller Maßnahmen in eine Lawine geraten, beachte Folgendes: Versuche seitlich aus der Lawine hinauszufahren. Gelingt dies nicht, gilt es zunächst, Ski und Skistöcke loszuwerden. Anschließend löst Du den Lawinen-Airbag und versuchst Du Dich durch Schwimmbewegungen an der Lawinenoberfläche zu halten. Wenn Du verschüttet wirst, halte Deine Arme vor die Brust und bilde mit Deinen Händen einen Hohlraum vor Mund und Nase, sodass Du Luft zum Atmen hast, und nimm eine hockende Stellung ein, bevor die Lawine zum Stillstand kommt.

Was tun, wenn Du eine Lawine beobachtest

Wenn Du eine Lawine aus der Ferne beobachtest und siehst, dass Menschen von ihr mitgerissen werden, musst Du besonders aufmerksam sein. Behalte die betroffenen Personen genau im Auge und merke Dir, wo deren abschließende Position liegt, wenn die Lawine stoppt. Zu wissen, wo die Verschütteten zu suchen sind, ist wichtig für die rechtzeitige Bergung und kann über Leben und Tod entscheiden.

 

Wie verhältst Du Dich als Lawinenhelfer richtig?

Wenn Du selbst zur Bergung schreitest, solltest Du ein paar Punkte beachten:

  • Bring Dich selbst nicht in Gefahr! Informiere die Bergrettung und geh am besten ruhig und strukturiert an die Bergung heran. Im besten Fall bist Du nicht allein – such Dir also Hilfe!
  • Geh zur vermuteten Verschüttungsstelle und achte auf Rufe oder Dinge, die Dir ins Auge fallen wie etwa Lawinenbälle.
  • Markiere den Suchbereich für Deine eigene Orientierung.
  • Suche mit dem LVS-Gerät nach den Verschütteten. Wichtig ist hierbei, dass Du mit der Benutzung des Geräts vertraut bist. Hast Du kein LVS-Gerät, starte die Suche mit der Sonde.
  • Wenn Du eine verschüttete Person ausfindig machen konntest, starte sofort mit dem Ausgraben. Wichtig ist, dass der Kopf frei ist, damit das Lawinenopfer atmen kann.
  • Leiste ggf. erste Hilfe und versuche, zu verhindern, dass die verschüttete Person auskühlt. Bewege sie dabei jedoch nicht oder nur vorsichtig.

Die perfekte Bekleidung für Dein Skiabenteuer

Nun hast Du einen ersten Überblick über die Lawinenkunde erhalten. Das macht Dich noch nicht zum Lawinenspezialisten. Am besten besuchst Du ein Lawinencamp, um Dich richtig in diesem Bereich auszubilden und Lawinengefahren noch besser einschätzen zu können.

Du hast schon die passende Lawinenausrüstung, aber an der richtigen Bekleidung mangelt es noch? Eine angepasste Kleidung ist essenziell für ein rundum sicheres und spaßiges Skiabenteuer. Ob auf den Pisten oder abseits beim Freeriden: Die richtige Ausrüstung macht Dein Ich bin raus-Abenteuer auf den Skiern perfekt.

Deshalb bietet Schöffel Dir eine breite Auswahl an Skibekleidung und Ski-Touring-Bekleidung, die perfekt auf die jeweiligen Ansprüche der Sportart abgestimmt ist. Die Ski Jacket Scalottas L für Damen und Ski Jacket Scalottas M für Herren beispielsweise überzeugt dank 4D BODY MAPPING auf ganzer Linie, ist wasserfest und winddicht und dank praktischer Features der optimale Begleiter auf der Piste. Ebenso die Ski Pants Scalottas M und Ski Pants Horberg L, die Dir volle Flexibilität bei super Wärmeleistung bieten.

Worauf wartest Du noch? Erlebe Deinen Ich bin raus-Moment mit Schöffel auf der Skipiste!

Lass Dich inspirieren.

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