Darum ist nachhaltige Zusammenarbeit so essenziell

Fairness und Chancengleichheit sind grundlegende Werte in der Welt des Sports. Als Ausstatter und Outdoorexperte teilt, ehrt und lebt Schöffel diese Werte – auch wenn es nicht immer leicht ist. Zusammen mit der Fair Wear Foundation hat das Familienunternehmen in den vergangenen zehn Jahren bereits viele Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Lieferkette erreicht.

Interview mit Peter Schöffel und Alexander Kohnstamm

Jedes Jahr aufs Neue steigen die Anforderungen der Fair Wear und Schöffel arbeitet unermüdlich daran diesen gerecht zu werden. Nicht ohne Grund hat das Familienunternehmen 2020 zum 6. Mal in Folge den Leader Status der Fair Wear erreicht, wie Peter Schöffel (Geschäftsführender Inhaber 7. Generation) verrät:

„Nur durch eine stetige Steigerung von Jahr zu Jahr, kann der Leader Status erreicht werden. Das bedarf viel Arbeit und Engagement vor allem durch unsere CR-Abteilung, die sehr gewissenhaft auf die Umsetzung der Vorgaben durch die Fair Wear achtet. Darauf bin ich stolz.“

Hier stimmt auch Alexander Kohnstamm (Executive Director, Fair Wear) zu:

„Eine Weiterentwicklung ist unumgänglich in Sachen Nachhaltigkeit. Unternehmen können mit einem rudimentären System beginnen, müssen sich allerdings Schritt für Schritt steigern. Unser Brand Performance Check macht deutlich, was von den Firmen gefordert wird und dass sie sich nicht auf dem Geleisteten ausruhen können, denn wer das Gleiche macht, wird nicht zum Leader.“

Mit Erfolg: Schöffel ist dank seines Engagements in den vergangenen sechs Jahren in der besten Kategorie – Leader - der Fair Wear eingeordnet. Dies bescheinigt ein besonderes Engagement bei der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Sozialstandards. Durch die Mitgliedschaft bei der Fair Wear werden nicht nur Arbeitsbedingungen und Soziale Aspekte beleuchtet, sondern auch die Lieferkette im Gesamten. Auch hier hat Schöffel in den zehn Jahren Fair Wear-Mitgliedschaft einige Schritte nach vorne gemacht. So nutzt das Familienunternehmen deutlich weniger Lieferanten, verzichtet auf Subcontracting, reduzierte die Überstunden und betreibt höheren Aufwand im Bereich der Arbeitssicherheit. Gerade die Aspekte Arbeitssicherheit und Living Wage (existenzsichernde Löhne) werden hier beleuchtet. Sie unterliegen strikten Regularien der Fair Wear, die dabei helfen, besser vorauszuplanen, um Problematiken konstruktiv anzugehen.

Dass sich die Mühen von Schöffel diesbezüglich auszahlen erkennt auch Fair Wear-Chef Alexander Kohnstamm an:

„Schöffel hat sechsmal in Folge den Leader Status erreicht. Das ist eine enorme Leistung. Dieser herausragende Erfolg kommt meiner Meinung nach zustande, da die aktive Entscheidung für Nachhaltigkeit von der Spitze des Familienunternehmens getragen wird.“

Auch wenn es bei Schöffel nicht um höher, weiter, schneller geht – auf dem Leader Status will sich das Unternehmen nicht ausruhen, sagt Peter Schöffel:

„Klares Ziel ist es, weiter die hohen Anforderungen der Fair Wear erfüllen zu können. Wir wollen natürlich auch zum siebten Mal den Leader Status erreichen. Auch wenn die aktuelle Situation enorm herausfordern ist, halte ich am Thema Nachhaltigkeit fest. Dazu bekenne ich mich gemeinsam mit Schöffel.“

Schöffel arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung der Produktionsbedingungen

Der Leader Status der FWF ist die höchste Kategorie, die ein Mitglied erreichen kann. Grundlage ist die Bewertung zahlreicher Leistungsindikatoren, die sich auf den Umgang mit den Produktionspartnern beziehen und auf die Arbeitsbedingungen in den Betrieben auswirken. FWF-Leader zeigen Best Practice-Lösungen in Bereichen wie Existenz sichernde Löhne und Vereinigungsfreiheit, sie überprüfen ständig ihre internen Prozesse und die Lieferketten.

Dabei haben wir in Zusammenarbeit mit unseren Produktionspartnern die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Ländern stetig verbessert. Wir produzieren in elf Ländern auf drei Kontinenten: Asien/Südostasien (u. a. China, Vietnam und Myanmar), Europa (u. a. Italien, Deutschland, Lettland) und Afrika (Äthiopien). Dabei haben wir unseren Fokus besonders auf folgende Maßnahmen gelegt:

  • Investition in Trainings: Schöffel hat durch die FWF in seinen Produktionsbetrieben zahlreiche Trainings für die Mitarbeiter und deren Management vor Ort zu Themen wie Arbeitsstandards, Beschwerdemechanismen und Kommunikation (sozialer Dialog) veranstaltet.
  • Analyse und Verbesserungen: Das CR-Team hat das Verbesserungspotenzial für faire und soziale Arbeitsbedingungen an den einzelnen Standorten analysiert. Dies betraf zum Beispiel eine Ursachenanalyse im Bereich Überstunden.
  • Präsenz vor Ort: Das Unternehmen unterhält ein eigenes Team in Hanoi, Vietnam. Durch das eigene Repräsentanz Büro können wir noch enger mit den Betrieben im Land kooperieren und noch direkter Einfluss auf die Qualität in der Fertigung und auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen nehmen. Zudem haben Adele und Marco mit der Fair Wear vor Ort bei einem Produzenten ein Meeting abgehalten und dabei verschiedene Fair Wear Marken vertreten. Hier sind neben dem Fabrikmanagement, der Rechtsvertretung sowie CR und HR-Mitarbeitern, Gewerkschaftsvertretern, Mitarbeitern und dem Betriebsrat zusammengekommen. Das war ein besonderer Moment, bei dem wir gemeinschaftlich Verbesserungspotenziale aufzeigten und konkrete Maßnahmen erarbeiteten.

Dabei legen wir als Familienunternehmen bei unseren Aktivitäten großen Wert auf den permanenten Austausch mit den Produktionsbetrieben. So besuchen Entscheidungsträger aus verschiedenen Abteilungen, darunter auch die Geschäftsleitung, regelmäßig die Betriebe, um sich einen Überblick über das Engagement vor Ort zu verschaffen sowie Verbesserungen zu fördern und genauso zu fordern. Peter Schöffel, geschäftsführender Gesellschafter der Schöffel Sportbekleidungs GmbH spricht daher aus Erfahrung:

„Der Leader Status der Fair Wear Foundation mit dem besten Score unter allen Outdoor-Marken bestätigt unseren besonderen Anspruch: Schöffel stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Das betrifft unsere Kunden, die mit unserer Bekleidung einen optimalen Wegbegleiter für ihre Auszeiten in der Natur erhalten. Dieser Anspruch reicht aber noch deutlich weiter und betrifft ebenso die Mitarbeiter unserer Produktionspartner in zahlreichen Ländern. Diese soziale Verantwortung nehmen wir ernst, daran arbeiten wir seit Jahren sehr hart. Wir freuen uns sehr über den sechsten Leader-Status und nehmen ihn als Ansporn, uns stetig zu verbessern.“

Acht Richtlinien für faire Arbeitsbedingungen (Code of Labour Practices)

  • Das Beschäftigungsverhältnis muss freiwillig sein
  • Keine Diskriminierung im Arbeitsverhältnis
  • Keine Kinderarbeit
  • Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Zahlung eines „existenzsichernden Erwerbseinkommens“
  • Keine exzessiven Arbeitszeiten
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Rechtsverbindliches Beschäftigungsverhältnis

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